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Eine Krise ist ein außergewöhnlicher Zustand für einen Menschen, der bestimmte Erlebnisse durchmachen muss oder Veränderungen, welche Art auch immer, erfährt. Diese werden als so belastend empfunden, dass ein herkömmlicher Tagesablauf nicht mehr zu bewältigen ist. Dabei ist es außerordentlich unterschiedlich, welcher Mensch wie auf was reagiert. Wer bestimmt denn, dass der Tod des Goldhamsters als weniger schlimm erachtet werden muss, als beispielsweise der Verlust eines wirtschaftlichen Vermögens. Die unterschiedliche Verletzlichkeit des Individuums spielt hierbei eine große Rolle.

 

Viele Menschen machen im Lauf ihres Lebens einmal Erfahrungen mit schweren Krankheiten, Verlusten und Trennungen, oder beispielsweise auch Gewalteinwirkungen. Jeder Einzelne hat individuelle Strategien, dieses Erleben zu bewältigen, zu integrieren, doch wer trotz aller Versuche, das Erlittene zu verarbeiten immer wieder scheitert, gerät in eine solche Krise.

 

Von der Krise sprechen wir dann, wenn aufgrund der psychischen Belastung das Leben als solches kaum mehr als erträglich empfunden werden kann. Ein emotionaler Ausnahmezustand ist erreicht.

 

Die Bewältigung der Krise ist abhängig von den jeweiligen Stärken und sozialen Bindungen eines jeden Menschen. Ein positiver Rückhalt, die Fähigkeit Probleme anzugehen und zu lösen sowie eine gesunde Portion Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Gewissheit, dass die Möglichkeit besteht, sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf herauszuziehen, erhöht die Gewähr einer zeitlichen Verkürzung der Krise. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin, auf diese Dinge aufmerksam zu machen, und sie somit zurück in das Bewusstsein der sich in einer Krise befindlichen Person zu rücken. Dabei ist es unbedingt wichtig, die Krise auch als solche zu würdigen. Sätze wie "Ach, das wird schon wieder " oder "Ist doch gar nicht so schlimm" helfen niemandem, der sich in einer Krise befindet. Und wenn es sich nur um den Tod des Goldhamsters handelt: Der Betroffene möchte ernst genommen werden in seiner Not-Situation.

 

Nicht die Dinge ansich sind es,

die uns beunruhigen,

sondern unsere Vorstellungen von den Dingen

(Epiktet 50 - ca. 130 n. Chr.)